Sonstiges

Thema Türpolitik

Wer darf kommen?

Das Ladyfest Darmstadt 2012 ist von Ladiez* für alle!

(„Alle“ meint all diejenigen, die sich mit der Idee des Ladyfests und einem respektvollen und diskrimierungsfreien Miteinander identifizieren können.)

Letztens stand da aber noch was anderes auf Eurer Homepage?

Ja, das stimmt. Eigentlich wollten wir ein Experiment wagen: „Männer* sind als Begleitung von Ladiez* herzlich willkommen. […] Männer*, die keine Lady* zum Begleiten finden, die Ladyfest-Idee aber supporten und gern kommen möchten, bitten wir uns zu kontaktieren.“

Und warum macht Ihr das jetzt doch nicht?

Leider stießen wir mit dieser Entscheidung auf großes Unverständnis. Nicht nur Kritik von ‚außen‘, sondern auch Absagen von Mitwirkenden erreichten uns. Der Schutzraum, den wir für Ladiez* auf und mit unserem Fest bieten wollten, wurde allein als Ausschluss gewertet. Von dieser Interpretation möchten wir uns distanzieren. Einen Raum zu schaffen, in dem sich alle wohlfühlen – v.a. jene, die das auf anderen Partys teilweise nicht können, weil sie sexistischer Alltagspraxis ausgesetzt sind – war und ist unser Anliegen. Wir sehen in Mechanismen, welche diskriminierten Gruppen ihren nötigen (Frei-)Raum verschaffen, keinen Ausschluss, sondern ein Recht und eine Notwendigkeit.

Gab es denn in der Vergangenheit Probleme?

Wir als Orga-Ladiez* konnten bisher gute Erfahrungen sammeln – indem wir uns selbst einen Raum geschaffen haben, um uns auszuprobieren, im Booking, Auflegen, Finanzen jonglieren, Organisieren, Werbung machen und was sonst noch zum Ladyfest machen dazu gehört. Von einigen Besucherinnen* kam jedoch die Rückmeldung und Kritik einer „Männerlastigkeit“ beim großen Fest, im Sinne der Überpräsenz von Männern* v.a. zu später Stunde, aber auch im Sinne von dummen Anmachsprüchen. Diese Kritik nahmen und nehmen wir absolut ernst!

Dumm gelaufen, oder?

Ja und nein – denn wir sehen es als notwendig an, dass endlich auch im Nachtleben Darmstadts Gespräche über diese Themen stattfinden. An dieser Stelle müssen wir aber zunächst unseren eigenen Fehler eingestehen: Die Idee der obigen Türpolitik wurde von uns schlecht kommuniziert und zu spät in die gesamte Planung des Ladyfests mit einbezogen. Daher haben wir uns dafür entschieden, das Ladyfest 2012 wieder für alle zu öffnen und andere Instrumente für ein solidarisches Miteinander auszuprobieren, die sich nicht (nur) an der Tür, sondern auf dem Fest selbst bemerkbar machen. Dabei setzen wir auch auf die Mithilfe von Euch allen, um gemeinsam einen von Respekt geprägten Raum zu schaffen.

Noch ein Schlusswort?

Wir freuen uns auf alle Ladiez* und ihre Freund*innen. Ladyfest ist, was Du draus machst!

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