Ladyfest in Darmstadt

Darmstadts Ausgehkultur hat ja für eine Stadt dieser Größe einiges zu bieten. Nur: In der Regel sind es Männer*, die Parties veranstalten, mit ihren Bands auftreten, Platten auflegen. Dabei gibt es so viel weibliches Party-Potenzial und viele kreative Macherinnen*.

Höchste Zeit für ein Ladyfest, bei dem die Ladiez* im Mittelpunkt stehen – dachte sich Morelle mit ihrer damaligen DJ-Kollegin Krete und organisierte 2010 mit anderen tollen Frauen* das erste Ladyfest Darmstadt: Mit fast ausschließlich weiblichen* Mitwirkenden, auf der Bühne, am Plattenteller und natürlich auch beim gesamten Drumherum, also in Sachen Organisation, Booking, Technik, Finanzen und Werbung und was eben sonst noch dazu gehört.
Das Ladyfest 2010 war ein voller Erfolg und begeisterte mehrere hundert Gäste. Deshalb veranstalteten diese Frauen* auch 2011 ein großes Ladyfest mit Live-Acts, DJ-Sets, Ständen mit Selbstgemachtem, warmem Essen, leckeren Muffins und jede Menge feministischem und antisexistischem Freiraum. Das Fest zog knapp 500 Besucher*innen an und war damit noch erfolgreicher als das im Vorjahr. Außerdem konnten bisher zwei große DJ-Workshops für Ladiez* mit DontCanDJ als Dozentinnen* organisiert werden, die ruckzuck ausgebucht und einfach nur großartig waren.

Das Ladyfest 2012 wird erstmals schon tagsüber zahlreiche praktische und theoretische Workshops zu den Themen Feminismus, DIY und Musik anbieten. Still lovin‘ feminism!

Was wir machen
Die Sichtbarmachung von Frauen, Lesben, Transgender im Bereich Popkultur liegt uns am Herzen. Wir sehen die Organisation von Konzerten, Parties und Workshops als Gegenentwurf zu einer oftmals sexistischen Kultur. Wir wollen unbekannte oder wenig bekannte Künstlerinnen fördern, gerne auch lokal. Wir möchten Ladie*z dazu ermutigen, die Dinge, die sie lieben, selbst in die Hand zu nehmen und einfach mal zu machen.

Mit dem Ladyfest möchten wir einen Raum schaffen, der sich sowohl als Kritik einer sexistischen Gesellschaft versteht als auch bewusst Platz für Gegenerfahrungen und -bewegungen zulässt – als politischer Beitrag zu einer geschlechtergerechten und fairen Kultur, in der Position bezogen, Übergriffe ernst genommen und kollektive Verantwortung übernommen wird: Alle sind gleichermaßen daran beteiligt, einen sexismusfreien Raum zu schaffen, der jegliche Form von Diskriminierung ablehnt.

Warum
Weiblich wahrgenommene Menschen erfahren häufig Diskriminierungen aufgrund ihres Geschlechts. Auch wenn Frauen und Männer heute vor dem Gesetz gleichberechtigt sind, bestehen in der gelebten Realität vielfältige Ungleichheiten: Frauen* sind nach wie vor in höheren beruflichen Positionen unterrepräsentiert und verdienen weniger Geld. Weiterhin sind sie traditionell für Haushalt und Kinderversorgung zuständig. Die Doppelbelastung von Beruf und Familie tragen zum größten Teil immer noch sie.
Nicht zuletzt sind viele Frauen*Lesben*Trans* von physischer und psychischer Gewalt sowie dem alltäglichen Sexismus betroffen. Auch oder vor allem im Nachtleben: Nur selten bejubeln wir weibliche* DJs oder sehen Frauen* beim Technikaufbau. Aber fast immer laufen Frauen* gemeinsam nach Hause, weil es „sicherer“ ist. Und dass eine Frau* auf einer Party blöd angemacht wird – manchmal sogar so weit, dass sie andere um Hilfe bitten muss, um der unangenehmen Situation zu entkommen – überrascht niemanden. Für diese Ungleichheiten wollen wir ein Bewusstsein schaffen, ohne missionieren zu wollen. Darüber ins Gespräch kommen.

Do-it-yourself
Während Frauen* im ‚Veranstaltungswesen‘ oft kochen, Deko basteln oder am Tresen arbeiten und die Männer* auf der Bühne stehen, sich ums Booking kümmern, die Ton- und Lichttechnik fahren etc., wollen wir bewusst auch diese ‚Schlüsselpositionen‘ besetzen. Wir machen einfach alles selbst! Und wenn wir was nicht können, suchen wir uns eine, die es kann und es uns beibringt. So entwickeln wir uns weiter und helfen uns dabei gegenseitig.

 

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